eitt Kv÷ld inn Sj˙krah˙si­.



In der Nacht vom letzten Mittwoch zu Donnerstag habe ich eine Erfahrung in Island gemacht, auf die ich auch gerne haette verzichten können. Bösartige Schmerzen mitten in der Nacht liessen mich aufwecken und wurden immer gemeiner. Lokation und Art des Schmerzes hatten mich dann mit Schaudern vermuten lassen, dass es eine Blinddarmentzuendung sein könnte. Und natuerlich wusste ich, dass bei so etwas recht schnell gehandelt werden musste. Deswegen habe ich in der Rezeption angerufen und nach einem Arzt gebeten. Muss es hier ja auch geben, sowas. Aerztlicher Nachtdienst und so. Aber Pustekuchen! Wegen drastischen Kuerzungen im Gesundheitssystem gab es sowas eben nicht, und ich musste ins Krankenhaus. Dort wurde ich in einen riesigen Raum voller Betten gebracht, die dankenswerterweise mit Vorhaengen abtrennbar waren und so wenigstens ein bisschen Privatssphaere boten. Trotz meiner Schmerzen war ich sogar in der Lage, die Frage nach meinem Wohnort auf islaendisch zu verstehen und zu beantworten! Dann hat mir eine nette Schwester (jetzt auf englisch) Blut abgenommen und den Blutdruck gemessen, ein Arzt kam wenig spaeter mit den Ergebnissen, drueckte auf meinem Bauch rum und meinte, es sei vermutlich wirklich eine Blinddarmentzuendung. Und dann waere eine OP der naechste, unvermeidliche Schritt. Das hatte mich schon sehr depressiv gestimmt – allein in einem fremden Land, und dann auch noch aufgeschlitzt werden. Aber nun gut, was sein musste, musste eben sein. Ich verneinte abermals die Frage, ob ich denn eine Ladung Schmerztabletten haben wöllte ( so eine bescheuerte Frage! Wie kann ich denen sagen, was mir wehtut, wenn ich unter Einfluss von „pain killers“ stehe?), und so ertrug ich die Schmerzen eben. Und wie ich nach ein paar Stunden Ruhe feststellte, war das auch durchaus gut so gewesen. Denn die bösartigen Schmerzen waren auf einmal ueberhaupt nicht mehr so bösartig. Ein zweiter Bluttest zeigte auch, dass der Wert meiner weissen Blutkörperchen gesunken war im Vergleich zur Nacht, was daraufhin zeigte, dass mein Körper eine Infektion von alleine besiegt hatte. Guter,braver Körper. Aber dennoch durfte ich nicht gehen und musste noch geschlagene sieben Stunde in diesem Krankenhaus bleiben. Es waren die langweiligsten sieben Stunden meines Lebens (einschliesslich langweiliger als der Mathe-Vorbereitungskurs zum Beginn meines Studiums), dann kamen Elsa und Áslaug, sehr sehr besorgt. Elsa brachte mich nach Hause und nachdem ich ihr tausendmal versichert hatte, es ginge mir besser und ich wuerde ihr auf jeden Fall Bescheid sagen,falls es wieder schlimmer werden sollte, durfte ich hoch in mein Zimmer gehen. Was es genau war, der Grund fuer diesen Exkurs, das wissen weder die Aerzte noch ich, aber ich hoffe, es kommt nie nie wieder. Achja, der ganze Spass hat mich um die 50 € gekostet, und es kommt noch die Rechnung fuer den Krankenwagen hinzu. Gott sei Dank, dass ich eine gute Auslandskrankenversicherung habe.


Am Freitag bin ich fuer ein paar Stunden dann wieder auf Arbeit gegangen, weil mir hauptsaechlich so langweilig war. Das restliche Wochenende musste ich ruhiger angehen lassen, da ich mich doch noch irgendwie ein bisschen krank gefuehlt habe. Dennoch habe ich mir ein paar offene Konzerte im Rahmen des Iceland Airwaves angeschaut und war teilweise wirklich positiv ueberrascht. Es gibt unmengen islaendische Bands, die tolle Musik machen (nicht unbedingt auf islaendisch).


Diese Woche ist ausgefuellt mit Arbeit, dem Sprachkurs (da ich aussprachetechnisch ein neues, sehr gutes Niveau erreicht habe, macht es langsam richtig Spass), einem Kochabend bei Caro/oder mir und einer Essenseinladung bei Elsa (mal sehen, ob sie sich auch daran haelt). Am Wochenende steht dann der lang geplante Reittrip an – mein zweites und letztes Mal auf den wunderbaren Islandpferden.

17.10.11 11:35
 
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