Vor den Toren Reykjaviks ...



... erlebt man bereits Natur pur! Gestern war der letzte schöne Tag, und den habe ich genutzt, um mir genau dies anzuschauen. Ich bin also frohen Mutes zum Fahrradverleih in der Hverfisgata 50 gegangen, denn dieser wurde von meinem Reiseführer empfohlen. Doch wie der Herr mir im Laden selbst unfreundlichst mitteilte, müsste ich das Fahrrad bereits 14 Uhr wiederabgeben, denn dann mache er zu (es war kurz nach 11 Uhr) und natürlich den vollen Preis für die Halbtagesmiete zahlen. Empört verließ ich den Laden, denn schließlich hatten mich meine Touren der vergangenen Tage durch Reykjavik bereits an einigen anderen Fahrradverleihen vorbeigeführt. In einem kleinen Hotel direkt an der Kirche wurde ich fündig und konnte für umgerechnet 16 € mit einem schicken Fahrrad durch die Gegend düsen - nebenbei bemerkt: ich kenne jetzt auch die Kombination der Fahrradschlösser und könnte einfach so ein Fahrrad mitnehmen. Die Isländer sind schon sehr vertrauensseelig. Los ging die Tour und führte mich an der Harpa vorbei, die direkt am Hafen steht. Von dort aus kann man die berühmten Whale-Watching Bootstouren unternehmen, von denen ich aber absehen werde. Nicht, dass ich nicht gerne mal einen Wal sehen würde, aber ich weiß, dass ich nach ungefähr zehn Minuten über der Reeling hängen würde. In keinem besonders guten Zustand. Ragnar, mein Arbeitskollege, hatte überdies bemerkt, dass die Touristen erst Whale watchen gehen würden und im Anschluss direkt ins Walfisch-Restaurant. Dem will ich mich ja nicht anschließen. Nach einem oder zwei Kilometer war ich dann schon mehr oder weniger aus der Stadt raus, und habe eine Stelle am Meer gefunden, an der ich gefahrlos bis zum Wasser runterklettern konnte. Schöne Muscheln und Bernstein gibt es dort übrigens! Weiter ging es dann nach Seltjarnarnes, einem Ort im Westen von Reykjavik, der am westlichsten Zipfel den schönen Leuchtturm Grottá beherbergt. Echt, als ich aus der Stadt rauskam und erstmal nichts kam außer Weite, ein paar Vulkankegel am Horizont, da ist mir erstmal klar geworden, an was für einem außergewöhnlichen Ort ich hier eigentlich bin. Naja, die Zivilisation hatte einen dann doch recht schnell wieder, denn ich bin an einem Golfplatz vorbeigeradelt, dessen Green von Enten kurz gehalten wurde - man muss ja nicht zwangsläufig in einen Rasenmäher investieren. Landschaft Weiter raus aus der Stadt ist man leider nicht gekommen, denn der Radweg führte wieder in die umliegenden Dörfer zurück. Daher wollte ich der Perle von Reykjavik, Perlán, noch einen Besuch abstatten. Höchst verwundert fand ich mich in einem kleinen Wald wieder, dessen waldige Trekkingwege (schieb mal ein Fahrrad über umgefallene Bäume und Felsen!) mich hoch zur Perle führen sollten. 4 Heißwassertanks tronen auf einem Hügel, welche die gesamte Wasserversorgung von Reykjavik bereitstellen. Als Schmuck oder so wurde auf diese Tanks eine Glaskuppel gesetzt, was zu dem Namen "Perle" führte. Sehr faszinierend war auch der von den Heißwassertanks gespeiste, daher nicht natürliche, Geysir Strokkur (ist natürlich nicht der echte Strokkur, daher nenne ich ihn Mini-Strokkur). Aller zehn Minuten hat er eine Fontäne heißes Wasser in die Luft geschleudert. Mini-Strokkur Im Inneren der Perle gab es nur einen überteuerten Souvenirshop, das Saga-Museum (ebenfalls Touristen-Abzocke) und ein überteuertes Restaurant, in dem ich mir aber dann doch ein Pistazieneis geleistet habe, das erstaunlich gut geschmeckt hat. Der Ausblick, den man von der Panoramaterasse des Perlán hat, lohnt sich aber wirklich, und ist es wert, die vielen Treppenstufen hochzukeuchen. Auf dem Rückweg zum Fahrradverleih geriet ich aus Versehen in eine Mischung aus Schulfest/Flohmarkt/Konzert, und hatte große Mühe, aus dem Pulk Leute wieder herauszukommen – isländische Folklore ist dann doch eher gewöhnungsbedürftig. Am Abend bin ich dann, auf den Rat meiner Arbeitskollegen hin, in ein Thermalbad gegangen. Dort habe ich erstmal ein paar Runden im Schwimmbecken gedreht, hab dann aber doch lieber die Sache abgebrochen, als immer mehr isländische Profi-Schwimmer ihre Bahnzeiten toppen wollten und mich als „Bleiente“ eher mitleidig betrachtet haben. Viele Isländer sind wirklich sehr sportlich und es macht den Eindruck, dass hier nebenbei jeder auch gleich professionell und regelmäßig an irgendwelchen Schwimmwettbewerben teilnimmt. Deswegen habe ich mich dann auch nach draußen bei 8°C in einen Jacuzzi verzogen und dort eine Stunde lang vor mich hin geköchelt. Eine weitere Attraktion des Thermalbades war das Dampfbad, doch darin ist mir schnell zu warm geworden, weswegen ich in einen Hot Pot, einen heißen Topf, der von geothermischen Quellen gespeist wird, gewechselt. Und ich bin natürlich, wenn schon denn schon, gleich in den heißesten mit 44°C gestiegen. Aber die Isländer meinen auch heiß, wenn sie heiß sagen, und nennen dieses Ding nicht umsonst „Höllenstrudel“. Ich glaube, es nicht mal mehr 2 Minuten darin ausgehalten zu haben, und danach hatte ich echte Kreislaufprobleme. In diesen Pot werde ich nicht mehr gehen, aber ich war drin gewesen, immerhin das kann ich von mir behaupten. Heute bin ich dann in mein Apartment mit eigener Küche im Fosshotel Baron umgezogen, und ich habe mich hier auf Anhieb wohl gefühlt, hundertmal wohler als im Hotel. Hängt wohl damit zusammen, jetzt etwas „eigenes“ zu haben. Aber dass ich einmal wöchentlich einen Reinigungsservice habe und noch dazu Blick aufs Meer, welches gerade mal 50 m von mir entfernt ist, sowie nur einen Katzensprung nach downtown, sollte ich vielleicht doch mal erwähnen

So denn, nun bricht die neue Arbeitswoche an, und ich hoffe, „trotzdem“ etwas zu Berichten zu haben.

Neblige Grüße von der ziemlich verregneten Eisinsel sendet euch Eure Susi

PS: in der Galerie findet ihr begleitend natürlich alle Bildchen!

PPS: vielen Dank für eure Gästebucheinträge, ich freue mich immer sehr darüber

29.8.11 00:01


Hot Dogs und Crazy Riders



Das Wochenende steht vor der Tür und ich kann heute ein Resumee über meine erste isländische Arbeitswoche ziehen. Wie man an dem Wort "Arbeitswoche" bereits erkennt, hatte ich nicht viel Zeit um mir großartig Sachen anzusehen hier. Und leider werde ich die wohl auch nicht haben, zumindest nicht unter der Woche. Daher wird es wohl oder übel so sein, alle Aktivitäten ins Wochenende zu quetschen. Bis auf die Wanderausflüge, denn Elsa ist (mit mir im Schlepptau) der Wandergruppe von bei Mannvit angestellten Frauen beigetreten, die jeden Donnerstag von 5 bis 7 wandern geht. Viele werden wissen, dass weit laufen eigentlich nicht zu meinen Hobbies gehört. Aber wir werden sehen, vielleicht lässt sich diese Meinung noch ändern.

Nunja, in den letzten Tagen war hier richtig gutes Wetter, also zumindest war keine Wolke am Himmel. Warm war es trotzdem nicht. Aber ich meine am Horizont das berühmte Islandtief gesehen zu haben, was sich da zusammengebraut hat und sicherlich bald nach Deutschland zieht, haha
Jedenfalls habe ich das gute Wetter genutzt, um die Busverbindungen zu testen und mit Reykjavik downtown anzuschauen - und ich muss sagen, das lohnt sich wirklich! Die Innenstadt, es gibt kein anderes Wort, ist einfach niedlich. Die kleinen bunten Häuschen stehen dicht an dicht und machen einfach ein Gesamtbild aus. Kleine Pubs und Restaurants, und natürlich die tollen tollen Klamottenläden. Tut mir leid, aber alle männlichen und uninteressierten Leser können ja die nächsten Zeilen überspringen.

Isländische Frauen kleiden sich teils wirklich schick, und ich glaube nicht, dass ich lange wiederstehen kann - ich muss einkaufen gehen. Dafür, dass es hier so kalt ist, tragen sie eben nicht nur fette Pullis und hässliche Hosen, sondern Wollkleider und tolle Schuhe. Andererseits gibts hier aber auch den Trainingsanzugslook alá Cindy aus Marzahn. Und das leider nicht zu selten. Aber das ist wohl überall so.

Gut, genug zu diesem Thema. Im Fotoalbum bekommt ihr einen guten Eindruck von den Sehenswürdigkeiten, die mir vor die Linse gehuscht sind. So zum Beispiel die Kirche Hallgrímskirkja, welche die isländische Landschaft wiederspiegeln soll. Die Außenfassade stellt die Basaltsäulen der Steilküste dar, die weiße Innenfassade steht für Eis und Gletscher. Außerdem steht direkt am Meer das neue Kongress-und Veranstaltungsgebäude Harpa, was soviel wie Harfe bedeutet. Lässt von der Architektur aber nur eine Harfe erahnen. Dann habe ich mir einen isländischen Hot Dog schmecken lassen:

Mein erster Hot Dog

Das Nationalgericht, angeblich! Den besten Hot Dog gibt es am Strand, wo Bill Clinton seinen berühmten Satz: "only with Mustard,please" gesagt haben soll. Naja, zumindest in Island kennt jeder diesen Satz. Deswegen kann man jetzt auch ganz allgemein einen Clinton-Hot Dog bestellen, und jeder weiß, dass man nur Mustardsoße haben will.

Heute bin ich mit dem Bus nach Harfnafjödur gefahren, einem Nachbarort von Reykjavik. Dort haben die Crazy Riders Sascha und Andre, Kommilitonen aus Freiberg - man kommt eben nie richtig weg aus Freiberg - ihr Zeltlager aufgeschlagen. Ehemals zu dritt sind sie einen Monat um die Insel mit dem Fahrrad gefahren & hatten nicht nur gute Tipps parat, sondern hatten eine ziemlich abenteuerliche Geschichte im Gepäck, die eine sehr gute Nebenhandlung in diesem Blog wäre. Auf jeden Fall ist Camping in Island für Hartgesottenere unter uns ein echtes Erlebnis. Nicht nur ein Erlebnis der Natur, sondern vor allem auch ein Urlaub der ganz anderen Art. Ich denke darüber nach, sowas auch mal zu machen. Irgendwann...
Jedenfalls habe ich ein warmes Essen von den beiden bekommen, welches sie in der Campingplatz eigenen Küche gezaubert hatten. Ziemlich cool ist, dass es an beinah jedem Campingplatz Dinge umsonst gibt, die andere vergessen oder absichtlich liegen gelassen hatten - zum Beispiel Bücher, Gasflaschen oder sogar Skier! Da kann man sich gut mit versorgen.

Die Crazy Riders

Morgen soll wieder gutes Wetter werden, und das will ich nutzen, um mit dem Fahrrad die Halbinsel Reykjanes ein wenig zu erkunden. Mal sehen, wie weit ich komme.  Und am Sonntag werde ich in mein Apartment-Hotel umziehen, welches direkt in der Innenstadt und auch noch direkt am Meer liegt. Es wird also definitiv viel Neues zu Berichten geben! Bis dahin

Nächtliche Grüße von der noch sonnigen Eisinsel

Eure Susi

27.8.11 01:06


"Für mich ist jede Stadt groß, ich lebe in Reykjavik" - ok, aber warst du schonmal in Freiberg?

Nach fast 48 h in Reykjavik, viel Regen, einigen Sturmböen und neugierigen Isländern bin ich ganz erschöpft und habe mir gerade eben erstmal ein heißes Bad gegönnt - das kann man hier gut und gerne jeden Tag tun, denn Wasser und Energie gibt es in Hülle und Fülle. Weil mir jetzt endlich wieder warm ist kann ich meine Finger dazu bequemen, euch meine ersten Eindrücke vom Arbeiten in Island zu schildern.

Aber erstmal ein tolles Bildchen: 

mein

 

Jaha, man findet mich bereits ganz offiziell auf der Mannvit-Website. Ich finde, das sieht schon recht professionell aus. So, nun weiter im Geschehen.
Ich war stehen geblieben bei meinem Ausflug ins Krìnglan. Dort haben mich wiederum die Preise in den Supermärkten erschlagen (ein Paprika kostet stolze 3,96€!!) und ich habe mich besorgt gefragt, ob ich die nächsten Monate wirklich nur von Fast Food leben muss. Weiterhin habe ich mir eine isländische Prepaid Card und einen Internetstick geleistet, natürlich alles vom vertrauten Heimatanbieter Vodafone. Treue muss sein. 

Gegen Mittag haben Elsa und Aslaug (ich habe 3 mal nachgefragt, man spricht Auschla, oder so ähnlich) mich abgeholt und wir sind gemeinsam zum Mannvit Hauptquartier gefahren, wo auch mein Arbeitsplatz sein sollte. Dort haben wir erstmal in aller Ruhe in der Kantine gegessen - HAMMER, sag ich euch! Dort gibt es eine Salatbar, die sich gewaschen hat und jeden Tag ein tolles Essen von einem Koch, der mal in einem Sternerestaurant gekocht hat. Und das Beste: das kostet mich nichts. Ich kann also früh, mittags und abends bei Mannvit mich durchfuttern. Da war ich aber wirklich beruhigt.
Danach hat Elsa mir eine Buskarte gekauft, mit der ich in Zukunft in ganz Reykjavik und Umgebung rumdüsen kann - insofern die Busse denn kommen, denn das wurde ganz ausdrücklich gesagt, der Fahrplan gilt nur so als grobe Richtlinie. Dann wurde ich mit einer Mannvit-Softshelljacke von der sehr populären Marke hier "66°North" ausgestattet - fand ich auch sehr nett. Bei einer Führung durch die Firma war ich etwas geplättet, denn Entspannung und Wohlfühlen bei der Arbeit wird hier GROSS geschrieben. So können die Mitarbeiter schlafen auf großen Couches, wenn sie mal müde sind, sich beim Billard oder an der Bar vergnügen, Wii spielen, oder wenn die Arbeit mal zu lästig wird, ihren Abschlag beim Golf verbessern oder in den Pool steigen. Außerdem gibt es hier firmenintern Fussballgruppen, einen Chor, Wandergruppen und sogar ein eigenes "miniEbay".

Dann habe ich Kristinn kennengelernt, meinen technischen Betreuer, der leider etwas nuschelt und ziemlich schwer zu verstehen ist. Er meinte, ich müsse so schnell wie möglich Isländisch lernen - ahja, ok. Aber zu dem Zeitpunkt war ich noch optimistisch.

Heute dann hatte ich meinen ersten offiziellen Arbeitstag, an dem ich mich größenteils mit Google translate und Isländisch abmühte, denn das interne Netzwerk ist natürlich nicht auf Englisch. Dann hat Kristinn mir SolidWorks und PDM auf meinem PC installiert - da habe ich erstmal geguckt wie ein Auto, denn ich hätte ja super die Möglichkeit gehabt, mich zu Hause damit vertraut zu machen. Aber so what. Meine erste Aufgabe ist natürlich auf Isländisch - Bohrdaten auswerten. Google translate hilft da nicht mehr viel.

Und in der Kantine hat mir ein Isländer (Ragnar, oder so) versucht, die Aussprache beizubringen. Es scheint normal und sprachbedingt, dass die sich hier alle anspucken beim Reden - bei den vielen Zischlauten. Er meinte, dass er jede Stadt außer Reykjavik groß findet ... und ich habe empfohlen, mal nach Freiberg zu fahren, wenn er seine Meinung ändern möchte 

Weitere Pläne sind erstmal: die Post finden und einem geeigneten Isländischkurs beitreten.

Erschöpfte Grüße aus dem verrauchten Reykjavik 

Eure Susi

23.8.11 21:45


Wie eine Landung auf dem Mond ...



Wie versprochen kommen hier nun schnell & exklusiv die ersten Eindrücke aus Reykjavik.
Aber beginnen wir am Besten beim Anfang:

am Flughafen Tegel, den wir nicht ganz mit Zeitvorsprung erreicht haben und unser Auto am Schluss ganz schön treten mussten, hieß es für mich und meine Elten Tschüss zu sagen. Der erste Flug ging von Berlin nach Kopenhagen mit Scandinavian Airlines. Ganz vorurteilsfrei stieg ich also in die Maschine - nennen wir sie, nunja, etwas angestaubt. Als der Pilot dann die Triebwerke anschaltete, dachte ich, mein Trommelfell müsste zerplatzen und dass ich ausversehen in einen gigantischen fliegenden Staubsauger gestiegen wäre. Noch schlimmer wurde es, als der Flieger sich dann in die Lüfte ächzte und ich dachte, meine letzten Sekunden wären angebrochen. Aber die Stewardessen zerstreuten meine Ängste mit einem freundlich gereichten Hundenapf mit Wasser.

Skoll!

 In Kopenhagen dachte ich mir, ich könnte mir doch einen Kaffee bei Starbucks genehmigen, zur Feier des Tages. Aber als die freundliche Bedienung mich dann aufforderte, 7 € für einen Medium Size Kaffee zu bezahlen, ging meine gute Laune dahin ( ich entschied mich für einen kleinen Kaffee - immerhin nur 5 &euro. Nach zwei Stunden Aufenthalt am Flughafen Kopenhagen konnte ich dann endlich in die Anschlussmaschine nach Reykjavik steigen. Diese Boeing sah um einiges zuverlässiger aus & auch die Ausstattung an Bord unterschied sich um Welten. Die 3 Stunden Flugzeit überbrückte ich mehr oder weniger im Dämmerzustand, der durch meinen kleinen und etwas anstrengenden isländischen Sitznachbarn ab und an gestört wurde, der offenbar gerne Arien vor sich hin zu pfeiffen schien. Aber zum Ausgleich hat er immer meinen Müll weggeräumt, daher konnte ich ihm kaum böse sein.

Am Einprägsamsten war der Anflug auf den Flughafen Keflavík. So eine Landschaft hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen. Es war wirklich, als ob man auf dem Mond landen würde. Überall nur zerklüftete schwarz braune Lavaformationen und zwischendrin ein paar kleine Berge oder Häuschen. Als ob das Flugzeug auf einem Schokokuchen landen würde, der zu lang im Ofen war. Dazu noch die hoch am Himmel stehende Mitternachtssonne, und das Bild vom rauhen Norden war perfekt.
Am Flughafen holte mich Elsa, meine isländische Betreuerin, zusammen mit ihrem Ehemann ab. Sie verband gleich die 40 minütige Fahrt vom Flughafen nach Reykjavik mit einer Exkursion und zeigte mir viele Dinge & gab schon die ersten guten Ratschläge für Reykjavik. Die beiden lieferten mich in meinem Hotel ab, wo ich eigentlich sofort ins Bett fiel ( allerdings mussten vorher noch die Vorhänge gut zugezogen werden, denn hier wird es noch nicht so wirklich dunkel in der Nacht).

Achja, noch ein paar Statements zum Wetter: gestern war es recht frisch (ca. 11°C), aber sonnig. Heute jedoch regnet es, die Wolken hängen tief und ich bin noch unschlüssig, wie kalt und unangenehm es genau sein wird. Aber das werde ich gleich testen, denn ich werde ins Krínglan, Reykjaviks größtes Einkaufszentrum, gehen und ein paar Dinge besorgen. Danach bin ich mit Elsa zum Lunch verabredet, und dann langsam langsam werde ich die Arbeit bei Mannvit aufnehmen.

Soweit erstmal meine ersten Eindrücke, ihr hört schon sehr sehr bald wieder von mir.

Liebste Grüße aus Reykjavik

Eure Susi

PS: In der Galerie findet ihr im Album "Ankunft in Island" bereits die ersten Bildchen.

PPS: Ein riesengroßes Dankeschön an Michi für die Gestaltung dieses Blogs!

22.8.11 11:24


Vor der großen Kälte ...



... ging es für mich erstmal Sonne auf Reserve tanken, und zwar auf Malle, der Urlaubsinsel schlechthin. Manche Vorurteile haben sich bestätigt, andere nicht. So sind zum Beispiel nicht alle Urlauber betrunken, es gibt auch tatsächlich Spanier auf der Insel, und abgesehen vom Ballermann und anderen diversen Clubpromenaden hat Mallorca schon richtig was zu bieten. Türkisblaues Wasser, Sonne satt & eine tolle Landschaft.

Zumindest die ersten beiden Punkte kann ich in Island wohl nicht erwarten. Habe mir bereits eine regen/wind/kälte-feste Garderobe besorgt und hoffe inständig, dass diese auch hält. Es bleibt für mich heute noch exakt eine Woche in Deutschland, bevor mein Flug nach Reykjavik geht. Dort werde ich für 3 Monate ein Praktikum bei Mannvit, Islands größter Geothermie/Wasserkraft-Firma, absolvieren. So richtig gut vorbereitet fühle ich mich ja eigentlich nicht, wahrscheinlich fehlt einfach die mentale Einstellung. Hab auch nicht direkt Zeit dazu, denn es bleiben noch unglaublich viele Dinge, die erledigt werden müssen. Und dann geht es nach Ungarn mit Racetech, im Anschluss daran direkt nach Island.

Zumindest weiß ich schonmal, dass ich die erste Woche in einem recht schicken Hotel verbringen werde und dann in ein Studio Apartment, eine kleine Wohnung im Herzen von Reykjavik, umsiedeln werde. Und was den Start außerdem noch sehr erleichtert sind bereits erste Kontakte in Island mit anderen deutschen Austauschstudenten. 

Also, in ungefähr einer Woche gibt es dann live und exklusiv den ersten Bericht aus Island!

Bless Bless (=Tschüss --> einige der wenigen Wörter Isländisch, die ich kann)

14.8.11 09:33


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